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Der Artikel erschien am 8. Dezember im Rahmen des Adventskalenders von Smiley e.V., verfasst wurde er zusammen mit Moritz Becker. Dies ist die "lange" Version.



Aus dem Radio aufnehmen ist noch immer populär– online!

 

 

Kostenlos Musik aus dem Internet zu beziehen ist seit jeher ein heikles Thema. Was ist noch erlaubt? Ab wann wird es definitiv illegal? Geht esüberhaupt legal ohne zu bezahlen? Eine bewährte Methode ist nach wie vor das Aufnehmen aus dem Radio– online, versteht sich!

 

Das Recht auf Privatkopie legitimiert in Deutschland das Kopieren von urheberrechtlich geschützter Musik zu privaten Zwecken. Dieses Gesetz stammt aus der Zeit, in dem vermehrt Tonbandgeräte in Privathaushalten aufkamen. Für digitale Medien bzw. Kopien gilt dieses Recht aber ebenso. Wichtig ist zu bedenken, dass die Quelle der Privatkopie legal sein muss. Illegal im Internet angebotene Musik darf demnach nicht kopiert werden. 

 

Auch und dies sei kurz erwähnt, ist das Umgehen jeglichen Kopierschutzes verboten. Da DVDs und einige wenige Musik CDs generell mit Kopierschutzfunktionen ausgestattet sind, bleiben diese für eine legalen Vervielfältigung außen vor.

 

Zurück zum Thema: Praktische alle großen Radiostationen senden auch im Internetüber sog. Radio-Streams. So ist es möglich, Sender wie NJoy oder den Deutschlandfunk auch weltweitüber das Internet zu hören. Von diesen Sendern aufzunehmen ist legal undüber zahlreiche Programme, die im Verlauf des Textes kurz beschrieben werden, auch ungemein praktisch.

 

 

Aber kann ich als User wirklich auf tausende von Internetradios zugreifen? Die Frage lässt sich mit einem klaren Jein beantworten. Okay, diese Antwort hilft zunächst einmal nicht wirklich weiter. Sie erklärt sich jedoch durch die wirklich große Anzahl von Radiosendern und dem Fehlen einer zentralen, umfassenden Sammlung. Zudem bieten viele Internetradios auch keinen 24-Stunden Dienst. Man kann aber sicher, ohne zu übertreiben, von vielen tausenden von Sendern sprechen.

 

Gute Mitschnittprogramme verfügen über umfangreiche, wenn auch nicht vollständige Listen, zahlreicher kommerzieller und privater Sender. 

 

Anders als der klassische Hörfunk, der eher ein gemischtes Programm bietet, z.B. die Hits der letzten 25 Jahre, spielen Internetradios häufig nur Tracks aus bestimmten Sparten oder Musikgenres. Hier findet sowohl der Klassikfan, wie auch der Rapper zahlreiche spezielle Angebote nur für sich.

 

Kriege ich da dann auch meinen Lieblingssong?

 

Ein bestimmtes Lied zu finden kann schwer werden, aktuelle Chart-Hits werden natürlich auch im Internetkontext häufiger gespielt, wie z.B. Lieder aus den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts. Hier ist bei weniger bekannten Musiktiteln oder Interpreten ein wenig Geduld gefragt und manchmal auch die direkt Frage an einen Radiostreamer. Immerhin verfügen die meisten Internetradiosender über eine beachtliche Musiksammlung, es lohnt sich also durchaus eine nette Mail zu schreiben und seine Wünsche zu äußern. Zudem hilft manchmal einfach die schiere Masse an Sendern, den Wunschsong auf die heimische Festplatte zu laden. Das Programm "Steamwriter"zum Beispiel bietet eine sogenannte Wunschlisten- Funktion. Hier können bestimmte Lieder eingetragen werden und das Programm durchsucht daraufhin dauerhaft das Netz und lädt den Song auf die Festplatte, ohne das der Nutzer dies extra in Auftrag gibt.

 

 

Da war doch noch so ein anderes Musikdinges im Netz, oder?

 

Hand aufs Herz, angesagt bei der heutigen Jugend und auch bei der Mehrheit der restlichen Internetwelt ist heute Youtube. Hier finden sich so gut wie alle möglichen und manchmal auch unmöglichen Musikvideos des Blauen Planeten.

 

Darf ich den jetzt da was runterladen? Ja, dürfen Sie, den Youtube bietet zunächst einmal ein legales Angebot und fällt somit unter die Regelung der Privatkopie. Aber Vorsicht, eine offensichtlich illegale Kopie wird nicht rechtmässiger, nur weil sie bei Youtube gestreamt wird. Also, der neuste Bondfilm, inkl. den Köpfen aus der ersten Sitzreihe des Kinos ist und bleibt illegal! Als reine Videoplattform für legale Filmkopien taugt Youtube daher weniger. Bei Musik sieht das schon etwas anderes, immerhin stellen große Labels selbst Musik auf das Videoportal des Google-Konzerns. Sie können bei Musik also durchaus davon ausgehen, das Musikvideos dort rechtmässig bereitgestellt werden. Sie haben allerdings auch nicht wirklich eine Möglichkeit dies rechtssicher festzustellen, sie handeln daher auf Treu und Glauben. Wer eine genauere Rechtseinschätzung haben möchte, der sollte dem unten gelisteten Link zum Youtube Kanal der Kanzlei Wild Beuger & Solmecke folgen und sich das ganze noch einmal vom Rechtsanwalt erklären lassen.

 

Youtube sticht also Internetradio aus?

 

Wenn wir also mal von der Arbeit absehen, jedes Musikvideo bei Youtube zu suchen, es vom Ton zu trennen und sich über die miese Soundqualität zu ärgern, der wird an Youtube-Grabbern seine helle Freude haben, alle anderen eher weniger.

 

Okay, die Youtube Fraktion wird ins Gefecht führen, beim Radio quatscht immer jemand dazwischen, z.B. der liebe Verkehrsfunk. Allerdings fällt das eher in die Rubrik "Sand in die Augen streuen". Zu einem haben die meisten Internetradios nicht einmal derartige Dienste, zum anderen schneiden die Recorderprogramme die Musikstücke anhand von Schnittlisten, welche  die Sender mitstreamen. Also, unsere Mamas und Papas (vielleicht auch noch wir) hatten in der 80gern noch Probleme mit Stauwarnungen, wenn wir wieder einmal eine Kassette aus dem Hörfunk selbst „sampelten“, heute ist dieses Problem zu vernachlässigen.

 

 

Musik im 21. Jahrhundert

 

Es gibt jedoch noch einen dritten Weg, um legal und zunächst kostenlos an Musik zu gelangen. Ein Trend der letzten Zeit sind neben dem reinen Radio auch Dienste wie Spotify, diese Streamingdienste bieten eine nahezu gigantische Anzahl von Musikstücken und mittlerweile auch Hörbüchern. Solange eine Internetverbindung steht, kann hier also kostenlos eine ungeheuer Zahl von Musik gehört werden. Downloaden  ist dagegen kostenpflichtig. Allerdings stehen bei einem Download die Musikstücke nicht im üblichen MP3 Format zur Verfügung, sondern in einer verschlüsselten "Containerdatei", diese kann immer nur mit dem entsprechenden Programm des Streamingdienstes abgespielt werden. Wer also keinen Wert auf die dauerhafte Speicherung legt und ohnehin immer "on" durch das Leben geht, der ist mit Streamingdienstes bestens bedient.

 

 

Zum Schluss ein Fazit: Youtube Downloader sind i.d.R. legal und okay, allerdings sollte man bei der Qualität der Musikstücke nicht zuviel erwarten und es gehört schon reichlich Mühe dazu, genug Musik für eine Party zu "sammeln". 

 

 

Internetradios bieten eine legale und unerschöpfliche Quelle von Musik, die Qualität der Musik kann als gut bis sehr gut bezeichnet werden. Die entsprechenden Recorderprogramme sind einfach und bieten viele praktische Funktionen. Musikstücke liegen später in offenen Formaten, wie z.B. MP3 vor und sind auf vielen Geräten nutzbar.

 

 

Streamingportale sind, solange eine Internetverbindung besteht, die erste Wahl bei der Qualität, bei der Menge von Musikstücken und wenn es um das schnelle Finden eben dieser geht. Wer es gerne auch offline mag, der muss hier allerdings ein wenig Geld in die Hand nehmen (i.d.R. Rund 5 bis 10 Euro im Monat).

 

 

Bleibt zum Schluss ein kleine, sicher nicht vollständige Produktempfehlung. Apfelfreunde werden sicher iTunes nutzen, das Multimedia Alles-Tool aus Cupertino "kann natürlich auch Internetradio". 

 

Bei Windows ist die Auswahl um vieles größer, was eine Auswahl nicht sonderlich vereinfacht. Ein persönlicher Tipp: "Streamwriter", das Programm ist gut und einfach strukturiert, kostenlos und nervt nicht mit Werbung. 

 

Bei Streamingportalen ist zur Zeit Spotifyam besten aufgestellt, Konkurrent Simfymusste da in der letzten Zeit einige Rückschläge verkraften. 

 

 

Wie bei den Musikgenres ist auch hier alles eine Geschmacksfrage, jeder muss selbst entscheiden welcher Typ er ist, aber bitte: legal - wie das geht, da hat ihnen dieses Türchen hoffentlich ein wenig geholfen.

 

 

Noch ein paar weiterführende Links:


YouTube Musik legal downloaden - Tipps der Kanzlei Wilde Beuger & Solmecke Köln

 

Eine kleine Übersicht von Radiosendern die sie im Netz finden können. 

 

http://www.radio.de/

 

Chip.de

 gibt ihnen noch ein paar technische Tipps und ein paar Downloads mit auf den Weg.

 

http://www.chip.de/news/Internetradio-aufnehmen-Gratis-Rekorder-Tools_48610198.html

 

 

PS:
Kurz vor Weihnachten muss an dieser Stelle noch erwähnt werden, es gibt spezielle Christmas-Sender, wer also über die Feiertage nichts vor hat... :-)

 

 

 

Moritz Becker

 

Stefan Schaper